10 Meister-Tipps für Stipper
Das Fischen mit der Kopfrute ist an für sich eine kinderleichte Angeltechnik
– meisterhaftes Stippen hingegen vielleicht die schwierigste überhaupt!
Was Sie üben müssen, um nach oben zu kommen, lesen Sie hier vom Browning-Star Bobb Nudd.
Es ist schon verflixt. Letzte Woche am Fluss allein klappte es noch wie am Schnürchen.
Rotauge auf Rotauge, einige Brassen zum Ende, der Angler war mit seinem Fangergebnis
rundum zufrieden. Heute sitzt er mit ein paar Kollegen an der gleichen
Strecke. Aber obwohl er seine Montage nicht verändert hat und die
Gewässerbedingungen ebenfalls sehr ähnlich wirken, hat er das
Nachsehen. Nur alle Viertelstunde einmal beißt ein Rotauge. Sein
rechter Nachbar hingegen landet Fische schon fast im Minutentakt.
Auch bei den Freunden links von ihm bekommen die Kescher keine Zeit, in der Frühjahrssonne zu
trocknen. Erfahrene Stipper wissen: Was alleine am Wasser zum Erfolg
führt, muss mit Konkurrenz noch lange nicht funktionieren. Köder,
Futter, Methode und Angeltaktik stehen dann im Wettbewerb zueinander.
Die meisten Fische werden bei dem Angler beißen, der alle vier Punkte
am besten aufeinander abgestimmt hat. Es genügt eben nicht, als Stipper
nur in einer Disziplin gut zu sein. Beispielsweise verfehlt das
Lockmittel eines Futter-Gurus seine Wirkung, wenn er es nicht versteht,
die passende Montage für das Gewässer zu wählen. Die schwache Seite
eines Stippers begrenzt letztlich seine Fangergebnisse - genauso wie
beim Tennis der beste Hartplatzspieler niemals die Nr. 1 der
Weltrangliste wird, so lange er auf Asche eine Niete ist. Und genauso,
wie dieser gut daran täte, sein Spiel auf Asche zu verbessern, üben Sie
als Stipper am besten das, woran es bei Ihnen noch hapert. An Ihren
schon vorhandenen Stärken können sie immer noch feilen.
- Tipp 1: Ausloten
Loten Sie den Angelplatz immer exakt aus. Ein paar Zentimeter
entscheiden über Sieg oder Niederlage. Entdecken Sie Rinnen, Kanten,
Mulden oder Erhebungen, die für die
hungrigen Mäuler interessant sind.
- Tipp 2: Präzise sein
Das Anfüttern soll Beute an den Platz locken.
Tödlich ist es allerdings, das Futter weit zu verstreuen. Die Fische pilgern dann von Ballen
zu Ballen und lassen sich nicht an einem Punkt gezielt befi schen.
Daher: Orientieren Sie sich beim Auswerfen des Lockfutters immer an
einem markanten Punkt, beispielsweise der Rutenspitze. Achtung bei
abfallendem Gewässergrund und starker Strömung: Die Ballen bleiben
nicht dort liegen, wo sie auf das Wasser treffen.
- Tipp 3: Länge begrenzen
Fischen Sie nur die tatsächlich nötige Länge Ihrer Kopfrute. Je kürzer,
umso schneller und präziser sind Sie. Zudem: Oft bewegen sich die
Schuppenträger durch die Unruhe am Ufer und am Futterplatz nach und
nach weiter nach draußen. Wohl dem, der jetzt noch aufstecken kann.
- Tipp 4: Absuchen
An vielen Gewässern fällt der Grund in Stufen ab. Somit stehen mehrere
Angeltiefen zur Verfügung. Probieren Sie alle unterschiedlichen
Möglichkeiten aus. Oft sind die Fische auf eine bestimmte Tiefe fixiert
und lassen sich auch mit dem leckersten Futter nicht in eine andere
Etage
locken.
- Tipp 5: So leicht wie möglich...
Je leichter die Angelmontage, desto unauffälliger ist sie. Drei kleine
Schrotbleie auf dem Vorfach bleiben vielleicht unentdeckt, während drei
dicke Bleie die Fische vergrämt hätten.
- Tipp 6: ...so schwer wie nötig
Superfein ist aber nicht immer Trumpf. Wenn Fische wie Brassen einen
ruhig angebotenen Köder einem lebhaft umherflatterndenvorziehen, darf
die Montage auch eine Nummer schwerer gewählt werden. Viele Stipper
kennen es: Beißen nur Rotaugen, bringt der Wechsel auf eine Montage mit
mehr Blei oft die ersten Brassenkontakte.
- Tipp 7: Zu Anfang mittlere Hakengrößen
Wer mit einem Minihaken anfängt, versaut sich oft den Angeltag: Sind
unerwartet gute Fische am Platz und beißt einer von ihnen, steigt der
oft im Drill aus. In der Folge schlägt er den Schwarm Artgenossen in
die Flucht. Daher: Zunächst mit einem mittelgroßen Haken starten, der
auch mit dickeren Fischen fertig wird. Folgen nur Fehlbisse, kann immer
noch abgerüstet werden.
- Tipp 8: Futter vorbereiten
Geruch und Geschmack eines Futters wirken nicht, wenn die Konsistenz nicht stimmt.
Häufig wird das Futter beispielsweise zu nass gemacht und löst sich
dadurch am Gewässergrund zu spät auf. Oder es ist zu klumpig. Die
Folge: Die Fische können ganze Brocken aufnehmen und
sind rasch gesättigt. Abhilfe schafft das Sieben des Futters nach dem
Anfeuchten. Überprüfen Sie die Konsistenz am besten anhand einer
Futterkugel im Flachwasser.
- Tipp 9: Fische nicht überfüttern
Beißen die Fische nicht gleich, besser nur noch sparsam Lockfutter
einwerfen als massiv nachzufüttern. Denn kommen die hungrigen Mäuler
erst an den Platz, stopft eine zu heftige Anfangsfütterung deren Mägen
im Handumdrehen.
Die Folge: Der Angler erlebt eine heiße, aber kurze Beißperiode danach wirkt der Platz wie verwaist.
- Tipp 10: Ruhig Blut bewahren
Legen Sie sich eine Taktik für den Tag zurecht und lassen sich bloß
nicht aus dem Konzept bringen. Wer ständig seine Montage wechselt,
verzettelt sich und hat vieles angefangen aber nichts zu Ende gebracht.
Bleiben Sie Ihrer Linie treu, auch wenn die Nachbarn zunächst mehr zu
fangen scheinen. Abgerechnet wird am Schluss. Nur wenn sich die
gewählte Taktik als kapitaler Fehler herausstellt, hilft ein Wechsel,
das schlimmste noch zu verhüten.